Cannabisblüten
Der Leistungsanspruch der gesetzlichen Krankenversicherung ist seit dem 30.07.2026 entfallen. Eine Übergangsregelung für Patient:innen, die bereits eingestellt sind, gibt es nicht.
GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz
Seit dem 30. Juli 2026 gilt eine neue Rechtslage zur Cannabisverordnung. Was sich ändert, wen es betrifft und was wir tun können.
Der Film zur Kampagne: Betroffene und Fachleute sagen, was sich für sie ändert.
10.07.2026
Der Bundestag hat das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (GKV-BStabG) verabschiedet.
29.07.2026
Das Gesetz wurde im Bundesgesetzblatt verkündet.
30.07.2026
Seit diesem Tag gilt die neue Rechtslage.
06.08.2026
KBV und GKV-Spitzenverband verständigen sich unter anderem darauf, dass sechsmonatige Therapieversuche mit cannabishaltigen Fertigarzneimitteln bei Neupatient:innen nur für zugelassene Indikationen gelten und bei Unverträglichkeit und/oder Unwirksamkeit vorzeitig auf ein Extrakt oder ein anderes cannabishaltiges Arzneimittel gewechselt werden kann. Für medizinische Cannabisblüten ändert sich jedoch nichts.
18.08.2026
Die KBV bewertet die Rechtslage nun doch anders als der GKV-Spitzenverband. Sie verlangt einen sechsmonatigen Therapieversuch mit einem Fertigarzneimittel auch außerhalb der zugelassenen Indikationen bei Neupatient:innen. Eine verbindliche Klarstellung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) steht noch aus.
07.10.2026
Der Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages berät eine Anpassung des Vorrangs cannabishaltiger Fertigarzneimittel im GKV-BStabG. Künftig soll der vorgeschriebene Therapieversuch nur noch für die zugelassene Indikation des jeweiligen Fertigarzneimittels gelten. Die feste Therapiedauer von sechs Monaten soll entfallen.
15.10.2026
Der Bundestag hat die Cannabisregeln im GKV-BStabG angepasst. Der Vorrang cannabishaltiger Fertigarzneimittel für Neupatient:innen gilt künftig nur innerhalb ihrer zugelassenen Indikationen. Zudem entfällt die starre sechsmonatige Frist für den Therapieversuch. Die Erstattungslücke für medizinische Cannabisblüten bleibt jedoch weiterhin bestehen. Die Änderung tritt erst nach Zustimmung des Bundesrates und Verkündung in Kraft.
Hinter diesen Daten stehen Menschen. Hier berichten Patient:innen selbst, was sich für ihre Behandlung und ihren Alltag ändert.
Der Leistungsanspruch der gesetzlichen Krankenversicherung ist seit dem 30.07.2026 entfallen. Eine Übergangsregelung für Patient:innen, die bereits eingestellt sind, gibt es nicht.
Bei Neupatient:innen soll nach der Anpassung des GKV-BStabG ein Therapieversuch mit einem zugelassenen cannabishaltigen Fertigarzneimittel nur dann erforderlich sein, wenn es für das jeweilige Anwendungsgebiet zugelassen ist. Zudem soll die bislang gesetzlich festgelegte Therapiedauer von sechs Monaten entfallen und im Ermessen der behandelnden Vertragsärzt:innen liegen.
Die Regelung betrifft ausschließlich die erstmalige Versorgung mit Cannabisextrakten oder anderen cannabishaltigen Arzneimitteln. Als zugelassene Indikationen kommen Spastik bei Multipler Sklerose, Übelkeit und Erbrechen im Zusammenhang mit einer Chemotherapie, bestimmte seltene Epilepsieformen sowie chronische Rückenschmerzen im unteren Rückenbereich mit radikulärer, neuropathischer Komponente infrage.
Bei Indikationen, für die kein zugelassenes cannabishaltiges Fertigarzneimittel verfügbar sind, soll nach der Neuregelung unmittelbar ein Cannabisextrakt oder ein anderes erstattungsfähiges cannabishaltiges Arzneimittel verordnet werden können.
Die Folgeverordnung von Cannabisextrakten oder Rezepturen soll bei Bestandspatient:innen weiterhin möglich sein, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen weiterhin erfüllt sind. Bei einer Umstellung auf ein anderes cannabishaltiges Arzneimittel kann grundsätzlich eine erneute Genehmigung der Krankenkasse erforderlich sein. Dies gilt nicht, wenn die Verordnung von einer vom Genehmigungsvorbehalt befreiten Fachärzt:innengruppe erfolgt.
An der fehlenden Erstattungsfähigkeit von Cannabisblüten durch die gesetzliche Krankenversicherung ändert die Anpassung jedoch nichts.
Die Neuregelung wurde vom Bundestag am 15. Oktober 2026 verabschiedet. Die Änderung tritt erst nach Zustimmung des Bundesrates und Verkündung in Kraft.
Die Neuregelung, die am 15. Oktober vom Bundestag beschlossen wurde, schafft nun Klarheit. Der vorgeschaltete Therapieversuch soll ausdrücklich auf den In-Label-Use, also die jeweils zugelassene Indikation, beschränkt werden. Im Off-Label-Use soll die Therapiefreiheit der Vertragsärzt:innen erhalten bleiben. Zudem soll die gesetzlich vorgegebene Therapiedauer von sechs Monaten entfallen. Die Dauer des Therapieversuchs soll künftig im Ermessen der behandelnden Vertragsärzt:innen liegen.
Beides sind unterschiedliche Sachverhalte: Bei Cannabisblüten ist der Anspruch weg, bei Extrakten geht es um die Voraussetzungen, unter denen er bestehen bleibt.
Ungeklärt
Die Neuregelung beschränkt den Vorrang zugelassener cannabishaltiger Fertigarzneimittel auf deren jeweilige zugelassene Indikationen und hebt die sechsmonatige Frist auf. Offen bleibt, wie diese Vorgaben bis zu ihrem Inkrafttreten angewendet werden sollen.
Für Cannabisblüten beantwortet die Änderung die wesentlichen Fragen nicht. Sie bleiben von der GKV-Erstattung ausgeschlossen. Offen ist daher weiterhin, wie laufende Therapien mit Cannabisblüten umgestellt werden sollen.
Das Gesetz enthält weder eine Übergangsfrist noch eine Regelung für Menschen, die bereits eine Genehmigung haben und seit Jahren behandelt werden. Für Cannabisblüten endet die Kostenübernahme damit ohne Vorlauf. Für Extrakte und Rezepturen haben KBV und GKV-Spitzenverband am 06.08.2026 klargestellt, dass bisher so behandelte Patient:innen weiterhin Anspruch darauf haben und Folgeverordnungen möglich bleiben.
Nach der derzeit geltenden Regelung ist bei zugelassenen Indikationen zunächst ein sechsmonatiger Therapieversuch mit einem zugelassenen cannabishaltigen Fertigarzneimittel vorgesehen. Ob die sechs Monate in jedem Fall vollständig einzuhalten sind, wurde bislang unterschiedlich ausgelegt. Mit dem Bundestagsbeschluss vom 15. Oktober 2026 wurde diese starre Frist jedoch aufgehoben. Die Dauer des Therapieversuchs liegt zukünftig im Ermessen der behandelnden Vertragsärzt:innen.
„Der Gesetzgeber hat dem GKV-Spitzenverband keine Pflichten zur Klärung von Umsetzungsfragen auferlegt.“
Für Cannabisblüten bleibt es dabei: kein Anspruch, keine Übergangsregelung. Das Risiko tragen Patient:innen – und die Praxen, die sie behandeln.
Darum diese Initiative
Diese Seite kämpft nicht gegen das Gesetz. Sie fordert eine Übergangsregelung für die Menschen, die seit Jahren stabil mit Cannabisblüten behandelt werden, und sie trägt die offenen Fragen dorthin, wo sie beantwortet werden können.
Schilderungen von Patient:innen und von den Praxen, die sie behandeln. So ausführlich, wie die Betroffenen es möchten.
In der öffentlichen Debatte und in der Berichterstattung. Veröffentlicht wird ausschließlich, was ausdrücklich freigegeben wurde.
Gebündelt an die politisch Verantwortlichen, verbunden mit einer Forderung an G‑BA und BMG: eine Übergangsregelung für stabil auf Cannabisblüten eingestellte Patient:innen und eine verbindliche Klarstellung zur Anwendung des Gesetzes.
Für ärztlich dokumentierte, stabil laufende Cannabisblüten-Therapien.
Wir fordern eine Klarstellung des BMG für eine verbindliche Rechtsnorm, wie mit bestehenden Genehmigungen von Patient:innen, die eine Therapie mit Cannabisblüten erhalten, umgegangen wird.
Wir fordern eine Überprüfung des pauschalen Leistungsausschlusses von Cannabisblüten, der auch bereits laufende und genehmigte Therapien betrifft.
Statt pauschaler Einschränkungen beim Zugang: eine Reform der Hilfstaxe und der Erstattungspreise — jener Vereinbarung, nach der Apotheken Cannabisrezepturen abrechnen. So ließen sich die Ausgaben der Krankenkassen wirksam begrenzen, ohne die Versorgung, die ärztliche Therapiefreiheit und bewährte Behandlungen zu gefährden.
Niemand soll eine wirksame Therapie verlieren, weil eine Übergangsregelung fehlt oder weil ungeklärt ist, wie ein Gesetz anzuwenden ist. Je mehr Menschen schildern, was die neue Rechtslage für sie bedeutet, desto schwerer wiegen diese Forderungen.
Ärztinnen und Ärzte, Cannabisverbände und Unternehmen der Branche ordnen ein, was die neue Rechtslage für die Versorgung bedeutet.
Um unser Ziel zu erreichen, brauchen wir noch viel mehr Stimmen. Wir wollen Patient:innen sichtbar machen und ihnen Gehör verschaffen. Erzählen Sie uns, was die neue Rechtslage für Ihre Behandlung bedeutet.
Jetzt mitmachen
Setzen Sie eine laufende Medizinalcannabis-Therapie nicht eigenmächtig ab.
Sprechen Sie mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem Arzt über Ihre Optionen, etwa die Umstellung der Verordnung oder ein Privatrezept.
Ärztlicher Rat geht vor
Helfen Sie mit
Wir wollen Patient:innen sichtbar machen und ihnen eine Stimme geben — in der öffentlichen Debatte und gegenüber der Politik. Dafür brauchen wir Ihre Schilderung. Wie wirkt sich die neue Rechtslage auf Ihre Behandlung mit Medizinalcannabis aus?
So ausführlich, wie Sie möchten. Was hat sich seit dem 30. Juli für Sie geändert?
Persönlich, per E-Mail oder telefonisch. Sie entscheiden dann, wie es weitergeht — ob es bei Ihrer Schilderung bleibt oder ob ein Filmteam einen kurzen Clip mit Ihnen aufzeichnet. Beides kostet Sie nichts.
Ohne Ihre ausdrückliche Zustimmung erscheint kein Wort und kein Bild von Ihnen.
Ihre Nachricht geht an das Team der Initiative bei der Four 20 Pharma GmbH, die diese Seite betreibt. Von dort meldet sich jemand persönlich bei Ihnen. Sie haben vorher eine Frage? Schreiben Sie an info@420pharma.de.
Vielen Dank. Ihre Nachricht ist angekommen. Wir melden uns bei Ihnen.
Das hat gerade nicht geklappt. Bitte versuchen Sie es noch einmal — oder schreiben Sie uns an info@420pharma.de.
Ein Bündnis für die Versorgung
Unternehmen, Verbände und Patientenorganisationen stehen gemeinsam dafür ein, dass die Versorgung mit Medizinalcannabis gesichert bleibt.
Einer der führenden unabhängigen Hersteller und Großhändler für medizinisches Cannabis in der EU, 2016 in Köln gegründet. Beliefert Apotheken und Kliniken nach pharmazeutischen Qualitätsstandards.
„Die Initiative ist ein Weckruf an die Politik. Wir können nicht tatenlos zusehen, wie Patient:innen, für die Medizinalcannabis die letzte Therapieoption darstellt, im Regen stehen gelassen werden. Es braucht jetzt dringend eine pragmatische Lösung, die die erfolgreiche Weiterführung bestehender Therapien sicherstellt und Ärzt:innen die notwendige Therapiefreiheit zurückgibt.“
Der einzige unabhängige deutsche Produzent, der Medizinalcannabis in Deutschland anbaut, verarbeitet und vertreibt. Eigene Anlage in Sachsen, eigenes Labor.
„Als deutscher Hersteller tragen wir Verantwortung für eine verlässliche und pharmazeutisch qualitätsgesicherte Versorgung. Abrupte Eingriffe in die Erstattung betreffen nicht nur laufende Therapien, sondern auch die Planung von Produktionsmengen, Lieferketten und langfristigen Investitionen in deutsche Anbaukapazitäten. Im Mittelpunkt stehen für uns die Patientinnen und Patienten: Eine stabil laufende Therapie darf nicht ohne Übergangszeit allein aufgrund einer neuen Erstattungsregel infrage gestellt werden. Jetzt braucht es eine Lösung, die die Versorgung schützt und zugleich langfristig wirtschaftlich tragfähig ist.“
Zertifizierter Hersteller, Importeur und Großhändler von medizinischen Cannabisblüten und Vollspektrumextrakten mit Sitz in Paderborn.
„Wir erleben eine beispiellose Verunsicherung bei Patient:innen, Ärzt:innen und Apotheker:innen. Es kann nicht sein, dass bewährte Therapien aufgrund einer unklaren Gesetzeslage plötzlich in Frage gestellt werden. Die Politik hat hier eine Verantwortung, schnell für Klarheit zu sorgen und die Versorgungssicherheit wiederherzustellen. Die Initiative gibt den Betroffenen eine Stimme und erhöht den Druck auf die politischen Entscheidungsträger, hier Änderungen vorzunehmen.“
In den Medien
Redaktionen greifen die Lage auf. Manche fragen dabei bei der Initiative nach, andere schildern sie unabhängig von ihr.
Für Ärztinnen und Ärzte
Bei Neupatient:innen stellt das Gesetz der Erstattung standardisierter Extrakte sowie von Dronabinol und Nabilon einen Therapieversuch mit einem zugelassenen cannabishaltigen Fertigarzneimittel voran, „im Rahmen eines sechsmonatigen Therapieversuchs.“ Für keines dieser Fertigarzneimittel sieht die Fachinformation eine solche Dauer vor.
Laut der im Bundestag beschlossenen Neuregelung soll die starre sechsmonatige Therapiedauer entfallen, sodass Ärzt:innen die Dauer der Behandlung unter Berücksichtigung des individuellen Therapieverlaufs festlegen können. Bis zum Inkrafttreten einer entsprechenden Änderung bleibt jedoch die derzeit geltende Rechtslage maßgeblich.
Die Fachinformation verlangt, das Ansprechen nach vier Wochen zu überprüfen und die Behandlung zu beenden, wenn keine klinisch erhebliche Verbesserung eingetreten ist.
Verschreibungen sollen sich nach der Fachinformation „auf die notwendige Dauer (einige Tage) während der Chemotherapie beschränken.“ Daten zu chronischen Gaben liegen nicht vor.
Enthält als Wirkstoff ausschließlich Cannabidiol, kein THC — und kommt damit für die überwiegende Zahl der Krankheitsbilder, in denen Cannabinoide eingesetzt werden, nicht infrage.
Laut Fachinformation sollte der Patient regelmäßig hinsichtlich eines anhaltenden klinischen Nutzens erneut beurteilt werden. Wenn trotz Dosisoptimierung keine ausreichende Schmerzlinderung erzielt wird, sollte die Behandlung abgebrochen werden.
Für die Cannabis-Therapie selbst hält der Gemeinsame Bundesausschuss fest: „In den ersten drei Monaten ist der Erfolg der Therapie engmaschiger als im weiteren Verlauf zu dokumentieren.“ Begründet wird das damit, dass ausbleibender Behandlungserfolg und schwerwiegende Nebenwirkungen vor allem in diesen ersten drei Monaten zum Abbruch führen.
In allen vier Fällen entscheidet die Praxis nach medizinischem Verlauf. KBV und GKV-Spitzenverband haben am 06.08.2026 bestätigt, dass der Therapieversuch bei Unverträglichkeit oder Unwirksamkeit vorzeitig beendet werden darf. Verbindlich festgelegt ist das damit nicht.
Stand: 16. Oktober 2026. Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine rechtliche oder medizinische Beratung. Die genannten Fertigarzneimittel werden ausschließlich zur Wiedergabe ihrer Fachinformationen benannt.